Prophylaxe – ein Muss. Eine Vorraussetzung dafür, dass die zwei größten und weitverbreitesten Zahnkrankheiten ( Karies und Parodontose ) sich überhaupt entwickeln können, ist auf das Plaque, auch Zahnbelag genannt, zurückzuführen.
Dieser besteht aus Bakterien, die sich auf der Zahnoberfläche kolonialisieren. Plaque entsteht in unserer heutigen industrialisierten Zeit sehr schnell, da unsere Nahrung sehr sorgfältig verarbeitet wird, und sehr zuckerhaltig ist. Wird dieser Zahnbelag nicht entfernt, entwickelt er eine Säure, die dann zu Karies oder Parodontose führt. Karies ist ein direkter Angriff auf die Zahnoberfläche, welcher durch eine raue Veränderung zu erkennen ist. In diesem Stadium besteht noch die Möglichkeit, durch intensive Zahnpflege zu Hause kombiniert mit professioneller Hilfe vom Zahnarzt schlimmeres zu verhindern ( Bohren !!!)
Deswegen ist ein Loch nicht immer gleich ein Loch, und die Behandlung beläuft sich nicht immer gleich auf das Bohren und Füllen. Kann Karies sich aber ohne Probleme weiterentwickeln, entsteht nach kurzer Zeit ein Loch. Dieses muss durch das sog. „Bohren“ gereinigt werden, und mit Füllungsmaterial gefüllt werden ( z.B. Kunststoff, Goldinlays oder Keramikinlays ). Wird dies nicht getan, entwickelt sich der Karies noch weiter, und hat so eine unweigerliche Infizierung der Zahnnerven zu Folge, welches starke Schmerzen mit sich zieht.
In diesem Falle ist eine Wurzelbehandlung von Nöten. Wenn diese fehlschlägt, ist eine Wurzelspitzenresektion oft der letzte Ausweg um den Zahn zu retten.
Zahnbelag führt auch gleichzeitig eine Entzündung des Zahnfleisches mit sich. Wird der Zahnbelag nicht regelmäßig und gründlich entfernt, mineralisiert dieser, und es bildet sich Zahnstein. Da die Zahnoberfläche jetzt rauer als vorher ist, hat es neuer Zahnbelag leichter sich festzusetzen, und ein Kreislauf besteht.
Das entzündete Zahnfleisch greift den Knochen an, welcher den Zahn fest im Kiefer hält.
So verliert der Zahn immer mehr seiner Festigkeit – hier handelt es sich nun um eine manifeste Parodontose, welche behandelt werden muss, weil sich der Zahn sonst löst, und früher oder später sich auch aus dem Kiefer löst. Beide Krankheitsverläufe können sich durch allgemeine Krankheiten verschlechtern. Reden sie mit Ihrem Zahnarzt darüber.
Achtung: Da ein Zahn fünf Flächen hat, müssen natürlich alle täglich geputzt werden. Sehr oft werden die Zahnflächen die sich gegenüberstehen, vergessen, die sog. Zahnzwischenräume. Viele glauben, dass die Zahnbürste und Zahnpasta auch dieses schaffen. Leider stimmt das NICHT, und deswegen müssen die Zahnzwischenräume täglich sauber gemacht werden. Z.B. mit Hilfe einer „Interdentalbürste“ (TE-PE), Zahnstochern (Stimoflex) oder Zahnseide. Dies muss neben der täglichen Zahnpflege geschehen, die mindestens morgens und abends durchgeführt werden muss.
Der regelmäßige, halbjährige Zahnarztbesuch ist ein absolutes Muss dafür, dass ihre Zähne so gesund wie möglich bleiben, in dem genau hier die individuellen Verhaltensregeln näher besprochen werden.

Ernährung

Eines der Hauptprobleme unserer Ernährung ist die ständige Zunahme des Anteils der Kohlenhydrate und besonders der Zucker (Zucker sind kurzkettige Kohlenhydrate) an der gesamten Nahrungsaufnahme.Dabei handelt es sich oft um minderwertige Nahrungsmittel (Spurenelemente, Vitamine und Ballaststoffe fehlen) bei gleichzeitig hoher Kalorienzufuhr.

Zucker stellt eine Kraftnahrung für die eigentlich harmlosen Bakterien in der Mundhöhle dar. Diese Bakterien bilden Säuren als Stoffwechselprodukte und scheiden diese aus. Diese Säuren lösen anschließend die Mineralstoffe aus den Zähnen. Normalerweise kann sich der Zahn mit Hilfe des Speichels - der die Säure abpuffert und Mineralstoffe enthält - schnell wieder von den Angriffen erholen.Wenn jedoch ständig Zucker zugeführt wird (viele kleine süße Zwischenmahlzeiten) wird der natürliche Reparaturmechanismus überfordert. Aber nicht nur Zucker, sondern auch direkt aufgenommene Säuren setzen den Zähnen zu. Dies kann bei Fruchtsäften mit hohem Säuregehalt der Fall sein. Keinesfalls sollten danach sofort die Zähne geputzt werden, da damit der schon weiche Schmelz weiter geschädigt würde.

Die versteckten Zucker in vielen Fertigprodukten sind für den Konsumenten erst bei genauen lesen zu erkennen, z.B. enthalten alle Fertigtees f. Kinder über 80% Zucker als Trägersubstanz.Dosengerichte, Ketchup, Senf, Fruchtzubereitungen aller Art enthalten große Mengen an Zucker.

Aus Ärztlicher Sicht gelten folgende Regeln:

  • Als Zwischenmahlzeit festes Obst & Gemüse - keine Zuckerriegel.
  • Süßes am besten nach den Hauptmahlzeiten - nicht zwischendurch.
  • Nahrungsmittel aus gekochter Stärke (z.B. Chips) scheinen nach neuen Untersuchungen noch stärker kariogen zu sein als Zuckerprodukte.
  • Vollkornprodukte und festes Obst und Gemüse erhöhen die Kautätigkeit und damit die Speichelproduktion. Dies dient der Selbstreinigung der Zähne.
  • Limonaden und Erfrischungsgetränke enthalten teilweise extrem hohe Zuckeranteile. Mineralwasser hingegen enthalten keinen Zucker, dafür aber wichtige Spurenelemente.
  • Fruchtsaftgetränke enthalten meist hohe Säureanteile.
  • Sogenannte Milchshakes enthalten kaum Milch - aber viel Zucker!
  • Um Tee od. Kaffee zu süßen sollte auf Zucker verzichtet werden und Süßstoff verwendet werden.


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